March 22, 2006

2003-05 Scotland

29.05.03 The Beginning
Die Autofahrt nach Hahn!
Nachdem wir alle beisammen waren (30 min zu spät) fuhren wir Richtung Hahn, zumindest hatten wir es vor! Nach kurzem Umweg, um die deutsche Landschaft ein letztes Mal zu genießen, kamen wir pünktlich an und konnten ohne weiteres einchecken. das vertrauen der dt. Sicherheitsbeamten ließ zu wünschen übrig. Die Jungs durften ihre Schuhe ausziehen!
Flug! Von Becci, Moritz, und Henne großteils verschlafen und bis auf Hannas zugefallene Ohren auch ohne weitere Vorkommnisse. Ach ja, Lisas Hut kam zum ersten mal ans Tageslicht. Weiter ging’s mit dem Bus nach Glasgow, zwar rasant aber trotzdem sicher. Erste Eindrücke des Landes: Die fahren links! Schotten sprechen keineswegs Englisch, wie so oft behauptet wird! Aber sehr freundlich! Gelbe Bauarbeiterjacken sind wohl Mode! Vauxhall ist Opel?
Am Busbahnhof waren wir bestimmt 2 Stunden und haben die Vorliebe der Schotten für ein nettes Pläuschchen kannengelernt.
1.Kloversuch: Becci und Lisa stehen vor dem Klo und haben keine 20 pence für den Eintritt. Da kommt eine nette Frau und erzählt, dass sei zwar keine 20 pence habe, dafür aber 2 Packungen Chips. Nachdem sie feststellt, dass die beiden noch sehr jung fürs wandern sind und Becci wiederspricht wir seien 18, erzählt sie ihnen begeistert, dass ihr 19-jährige Tochter gerade Drillinge bekommen hat?!?!
2.Kloversuch: Hanna hat die geniale Idee Geld zu wechseln (!) Becci und Lisa schaffen es doch noch sich zu erleichtern.
Nachdem wir endlich den richtigen Bus gefunden hatten ging’s weiter nach Balloch. Oder zumindest in die Nähe von Balloch, denn der Busfahrer schmiss uns direkt an der Schnellstraße aus dem Bus. Durch die Angaben des Busfahrers und eines Anwohners irregeleitet, wanderten wir entlang des Schnellstrasse in die falsche Richtung. Nach ca. 3 h wandern, unterbrochen durch Pausen an einem ‘View Point’ und am superschönen Loch Lomond, waren wir ‘etwas’ fertig und versuchten unser Glück als Anhalter. Schon bald war klar, dass daraus nichts wurde, aber als ein Bus vorbeikam und tatsächlich für uns anhielt, waren wir glücklich. Nach einer zehnminütigen Busfahrt – wir waren um lediglich 1.20 £ pro Person erleichtert worden – realisierten wir, dass es nach Luss wohl doch noch einige Kilometer gewesen wären. Zu unser aller Freude erblickten wir bei der Einfahrt in den Luss Car Park ein Schild, dass einen Campingplatz in nur 300 Yards Entfernung anpries. Also auf zum Endspurt! Die letzten 480 m ging es dann im ‘Sauseschritt’ zur Rezeption, wo uns ein netter Mann unseren Platz auf der Wiese zuteilte. Der Zeltaufbau ging relativ glimpflich von statten, kurz danach dann…
Der erste Schock! Wir haben keine Feuerstelle; kein Feuer! Gas haben wir an der Rezeption gekauft, aber der Topf ist viel zu groß um ihn mit dem Brenner warm bekommen! Eine Stunde später ließen wir die letzten verzweifelten Versuche bleiben – der Topf wurde nicht warm, das Feuer bannte nicht richtig – und kochten unsere Nudeln in Hannas und Moritzs Essgeschirr. Gut waren sie trotzdem!
Diesen Abend gingen übrigens die meisten von uns seit langer Zeit zum ersten Mal schlafen, obwohl es noch hell war, Das lag aber nicht etwa daran, dass wir so früh ins ‘Zelt’ gingen, als vielmehr daran, dass es einfach nicht dunkel werden wollte.
Fazit:
- Busfahrer in Schottland nehmen dich auch mit, auch wenn du mitten in der Pampa stehst3.05.03 Die 2te Etappe
Lisa und Hanna beglückten den Tag zuerst mit ihrer Anwesenheit. Sie kauften Kaffee und so stand ein gelungener Start in den Tag nichts mehr im Wege! Trotz des nächtlichen Regnwetters und morgendlichen Schauern, schien der Tag schön zu werden. Nach ‘gründlicher’ Info am Infostand in Luss fuhren wir nach langen Aufenthalt an der Bushaltestelle mit fast genialem Kartenspiel nach Tarbet, wo nach unserer Auskunft eine Fähre fahren sollte. Betonung auf sollte! In Tarbet wurde uns dann gesagt, dass wir doch nach Inveruglas (ca. 4 Miles) laufen sollten um die letzte Fähre zu bekommen. Hmm ok 4 Meilen und ca. 1 Stunde Zeit! Also los!!! Schwer gehetzt und immer an der Straße entlang kämpften wir uns in Richtung sicherer Überfahrt. Doch keine Gefahr und keine Hindernisse konnten uns stoppen!! Wir hatten ein Ziel! Und wir liefen und wir liefen und liefen und… Wir schafften es und konnten nach Inversnaid (Hotel) weiterreisen. Doch dem laufen war noch kein Ende geboten! Vor uns lag die, laut Reiseführer, schwerste Etappe, entlang des Loch Lomond. Die ersten Eindrücke des West Highland Ways! Schlamm, Matsch, Steine! Ein Trampelpfad!!! Auf den Spuren von Rob Roy suchten wir seine Höhle, direkt am Wasser auf. Suchen scheint hier das richtige Wort zu sein, den wäre am Felsen nicht in großen weißen lettern ‘CAVE’ zu sehen gewesen hätte man die Grotte nicht gefunden. Doch der Tag war anstrengen. Wir brauchten ein Bett oder zumindest einen Platz zum schlafen!!! Das Ziel war eine Hütte, ein altes schottisches Haus, indem arme Wanderer Unterschlupf finden. Der Weg zog sich und Moritz hatte schon ‘Hallus’ und sah alle paar Meter ein Haus. Hannas Wut auf den Auto des Reiseführers stieg Meter für Meter, denn laut dem Führer hätten wir schon Stunden früher da sein sollen (wir waren nur langsam). Doch dann die Rettung. Vor uns tat sich das Haus auf. Wunderschön, blick auf den See, von einem Bächlein umflossen und weit und breit keine Menschenseele (oh, kurz zuvor, haben ein paar Radfahrer ihr Zelt aufgeschlagen aber: aus den Augen aus dem Sinn!) Moritz und Henne machten sich sofort auf die Suche nach Feuerholz wobei ihnen die geniale Idee kam, im See baden zu gehen. Gesagt, getan! Lisa und Becci noch motiviert zum Mitschwimmen und ab ging’s. Hanna kümmerte sich derweil ums Feuer. Währendessen am See: Lisa, die Mutige, war die erste. Wie ein Fisch im Wasser bzw. an Land planschte sie im Wasser. Becci die es nicht abwarten konnte lies sich von Lisa mehr oder weniger freiwillig ins Wasser ziehen. Den Mut der Frauen vor Augen ließen sich die Herren nicht lange bitten! Sie folgten. Frisch und munter ging’s zurück zur Hütte, wo das Feuer auf endgültige Entzündung wartete (das Holz war nass!) Nach einer Stunde langer Anfeuerung und einer Vorlesestunde von Hanna (‘Das rote U’, das erste Kapitel) konnten wir unser Wasser zum kochen von Nudeln mit Beerlauch und Sauerampfer auf den Herd stellen. Lisa, die ihr Bett dem gemütlichen Herd vorzog, kurierte ihre Badekünste, dick eingemummt aus. Nach dem Essen, das nicht wie erhofft nach Grünzeug schmeckte, gingen wir alle ins Bett. (Schlafsäcke) Die Nacht; alle schliefen nur Henne wurde des öfteren durch lärmende Viecher im Haus, die mit den Plastiktüten rumspielten, geweckt!!
Neue Schlafesverhaltenserkenntnisse:
- Moritz redet
- Lisa schnarcht (Hanna auch)
- Becci tritt um sich
- von Henne gibt’s nix, der hat ja nicht geschlafen
Fazit:
- ca. 8 miles
Nachtrag: Haben übrigens zum ersten mal ‘echte’ schottische Ureinwohner getroffen. Irgendeine Kreuzung zwischen Schaf und Steinbock

31.05.03 Up and Down… die Geschlechtertrennung
Die erste, die heute morgen Aufstand und Kaffe kochte, war Hanna. Nur wurde er diesmal leider etwas zu dünn. Aber auch das übrige Frühstück ließ zu wünschen übrig. Da die Nudeln von den Mäusen als Toilette benutzt worden war, fielen sie als Essen aus. Also bleiben nur noch eine halbe Packung Kekse und eine Packung Haribo Phantsia übrig. Gut gestärkt ging es also, teilweise mit nassen Klamotten auf dem Rucksack, weiter. In der festen Überzeugung, dass wir den schwierigsten Teil des West Highland Ways geschafft hatten. So ging es also vorbei an der Fähre nach Ardlui und danach den Berg hinauf, wovon man einen wunderschönen Ausblick auf das Loch Lomond hatte. Ab hier verließ der West Highland Way nun das Loch und wir wanderten entlang der Berge. Da uns das ‘reichhaltige’ Frühstück doch etwas zusetzte, machten wir eine kurze Pause. Gestärkt von zwei Gummiviechern – Becci fand ein Nilpferd und freute sich sehr – liefen wir weiter. Nach kurzer Strecke, ein Zelt! Und dahinter, ein Haus! Wir waren an der Farm angelangt. Dort gab es zu unserem Glück, einen kleinen Shop. Dort kauften wir 1kg Reis, 1 Dose Erbsen und 1 Dose Karotten. Außerdem 10 Äpfel und für jeden ein belegtes Brötchen, welches wir sogleich verschlungen. Frisch gestärkt ging es also weiter, immer im Hinterkopf habend, 10,4 km bis Crainlarich, des schaff’ ma doch mit links. Was im Reiseführer beschrieben war mit ’stetigem’ Abstieg, entpuppte sich als sehr, sehr, sehr steile Steigung. Ein normaler Mensch würde nun denken, nun gut, dann macht man halt langsamer und nähert sich dem Gipfel Schritt für Schritt. Aber nicht so die Herren der Schöpfung. Im Gegenteil. Sobald Moritz auch nur eine Steigung sah, durchfuhr es ihn wie ein Blitz und er rannte schneller als zuvor. Henne ihm dicht auf den Fersen. Davon unbeeindruckt (wenigstens taten sie so), dachten sich die Mädchen, die spinnen und liefen Schritt für Schritt den Berg hinauf. Dieses Scenario wiederholte sich viele Male und wurde nur gelegentlich durch Hindernisse unterbrochen. So stellten sich uns z.B. neben Schafen auch noch riesige Kühe in den Weg. Gegen ‘Ende’ der Strecke trafen wir auf eine Unterführung unter den Eisenbahnschienen hindurch. Sie war für Vieh gedacht und recht niedrig und schmal. Becci blieb leider stecken, weil ihr Rucksack so groß und breit war uns sie damit nicht zurechtkam. Den letzten Hügel erklommen sahen wir das rettende Schild: Crainlarich 1km. Und nur noch bergab! Ansätze von Zivilisation! Die heißersehnte und geplante Übernachtung in der dortigen Jugendherberge fiel aufgrund Überfüllung ins Wasser. Die vorangegangene Euphorie, die uns die letzten Schritte so erleichtert hatte, löste sich in Luft auf. Ratlos saßen wir vor der Jugendherberge. Doch dann die rettende Worte – und zudem noch auf deutsch: “Fahrt nach Oban. Oban ist schön. Man kann guten Lachs essen in der Bretterbude am Hafen. Ich kann euch da die Jugendherberge reservieren.” Gestärkt durch freien Kaffe und Tee fuhren wir also mit der Bahn nach Oban, ein kleines idyllisches Hafenstädtchen (.. und Pubs hatte, was Hanna unter Zivilisation versteht.)*g* Kaum am Ziel angekommen sprangen wir unter die Dusche und stürzten uns gleich ins Obaner Nachtleben. Fish&Chips und ein kühles Guinness – unser Tag war gerettet.
Fazit:
- Zimmerbelegung mit fremden Menschen ist unter Umständen spaßig
- Schotten trinken sehr gerne &Pubs machen schon um 12.30 Uhr dicht
- Fish & Chips sind lecker

1.6.03 Relaxed in Oban
Aufgewacht in einem weichen Bettchen gab’s ein (mehr) oder weniger nahrhaftes Frühstück der Juhe, das Becci natürlich mal wieder nur zur hälfte aß. Als nächstes Arbeitsteilung: die Jungs und Hanna gingen Essen kaufen, Becci und Lisa wuschen drei Ladungen Wäsche. Zum Mittagessen gab’s was ganz leckeres & gesundes: Joghurt mit vielen Früchten (die Hanna, Moritz & Lisa schnippelten, während Henne & Becci für einige Stunden Zigaretten kaufen waren) und Keksen. Dann ging’s auf zum Mc Caig’s Tower. Von oben gab’s ne schöne Aussicht und eine Turneinlage von Becci. Auf dem Rückweg fing’s dann an zu regnen. Da Moritz & Lisa noch Süßigkeiten kaufen waren und die anderen dann verfehlten ging’s alleine zu einer Ruinen Besichtigung. Die zwar etwas Einsturzgefährdete Ruine, hat einen fantastischen Ausblick auf die Bucht. Zurück in der Juhe gab’s für alle Toast Hawaii (für die etwas seltsameren Leute mit Pfirsich und für die noch seltsameren nur mit Käse). Zum Abendprogramm gab es ‘Matrix Reloaded’ im dortigen Kino, in dem Moritz noch seine Rosinen mit Schokolade verteilte. Der Abend wurde mit Smirnoff und dem klassischen Kartenspiel ‘Arschloch’ beendet.
Fazit:
- Smirnoff kann man auch aus großen Flaschen trinken
- Matrix auf Englisch ist cooler
- man sollte Rosinenpackungen nicht mit Schwung aufreisen

2.6.03 “Die Ruhe vor dem Sturm” (oder auch “Eine wilde Busfahrt)
Für Henne und Moritz begann dieser Tag schon etwas früher, als um 4 Uhr ihr kanadischer Freund betrunken ins Zimmer kam, das Fenster aufriss und leider erst beim zweiten Versuch sein Bett traf. Wenn man also schon mal wach ist, kann man dann natürlich auch (ok, zugegebenermaßen erst vier Stunden später) produktiv sein. Als die Mädels so gegen 10 Uhr ausgeschlafen hatten war das Frühstück (Müsli und Früchte) natürlich schon fertig geschnippelt und angerührt. Nachdem wir fertig gepackt und ausgecheckt hatten, liefen wir zum Bahnhof um festzustellen, dass man mit dem Zug zwar nur doppelt so viel zahlt, aber dafür viermal so lang unterwegs ist, als mit dem Bus. Da unser Bus aber erst um 16.00 Uhr (jetzt war es halb 12) nach Fort William fuhr, beschlossen wir die Zeit zu nutzen und bestiegen den “Bottom Hill” (oder so ähnlich) von welchen wir, diesmal von der anderen Seite, ebenfalls einen wunderschönen Ausblick über die Bucht hatten. Hinzuzufügen wäre noch, dass wir unser gesamtes Gepäck dabei hatten. was Moritz beim Abstieg beinahe zu Verhängnis wurde: er rutschte ein kleines Stück Geländer hinunter, wurde aber durch die Reibung gestoppt. Da nun die Abwärtsbewegung fehlte zog ihn die Erdanziehungskraft auf den Rucksack nach unten. Doch noch heil unten angekommen, trennten sich ein Weiteres Mal unsere Wege: die Jungs besichtigten eine Burgruine auf der anderen Seite des Tals, die wir vom Berg aus gesehen hatten, während die ‘faulen’ Mädels es vorzogen ‘Fish&Chips’ zu essen. Die Ruine, die anfangs groß und leicht zu finden schien, schrumpfte je mehr man sich ihr näherte, so dass sie am Ende nur noch zur durch die Hilfe eines Gärtners zu finden war. Positiver Nebeneffekt: wir sahen einige wunderschöne Gartenanlagen im Villenviertel von Oban. Ein erstklassiges Sandwich aus leicht geräuchertem Lachs für die beiden Wanderer später, dann fuhr auch schon der Bus. Im Gegensatz zu uns anderen war Hanna (Zitat) “etwas beunruhigt über den körperlichen Zustand unseres Busfahrers”. Sie war der festen Überzeugung, er würde schlafen. Na ja, Fakt ist, dass er jegliche Geschwindigkeitsbegrenzungen und Kurvenhinweise schlichtweg übersah. Dennoch kamen wir nach der zweistündigen Busfahrt heil in Fort William an. Direkt neben dem Busbahnhof lag auch gleich unser erstes Ziel: ein ‘Safeway’ Supermarkt, in welchen Lisa, Moritz und Hanna unsere Lebensmittel auffrischten. Nach einem kurzen (1 mile) Umweg über ein geschlossenes Tourist Information Center, ging es die letzten zweieinhalb Meilen direkt zum Campingplatz am Fuße des Ben Nevis. ort angekommen bauten wir unsere beiden Zelte auf und versuchten trotz der überall zu sein scheinenden Mücken Reis mit Gemüse (Hanna: Reis mit Scheiß) zu kochen. Drei andere Deutsche, die den kompletten West Highland Way überwunden hatten, halfen uns glücklicherweise beim öffnen unserer Gemüsedosen, da keiner von uns fähig dazu war, dies mit Moritz’s Dosenöffner zu bewerkstelligen – man muss wohl erst längere Zeit beim Bund gewesen sein, um alle tieferen Geheimnisse dieses Werkzeuges zu lüften. Bemüht, keine Mücken ins Zelt zu lassen, spielten wir gemeinsam noch eine Runde Karten, bis es zu dunkel wurde und die Jungs wieder in ihr Zelt gingen. Während die Mädels in die weiteren Geheimnisse des ‘Roten U’ eingeführt wurden, bevorzugten es die Jungs sich in ihrem Zweier Zelt Gedanken über interessante Themen zu machen.
Fazit:

- schottische Kassiererinnen sind sehr langsam

3.6.03 “Der Berg ruft”
… und zwar der höchste Berg Großbritanniens, der Ben Nevis, mit 4000 und ein paar zerquetschten Fuß, umgerechnet 1290 Meter.
Hanna ist als erste wach und geht zur Rezeption um unsere Nacht zu bezahlen: wir kamen an, als diese bereits geschlossen hatte. Gleichzeitig kam ein Mann von der Rezeption ans Zelt und kassierte die Nacht noch einmal von uns. Zum Glück hatten wir beschlossen zwei Nächte zu bleiben, also bezahlten wir einfach nichts mehr. Direkt nach dem nahrhaften Frühstück – ein bisschen Müsli und Brot – machten wir uns auf den Weg, Moritz, der der festen Überzeugung war, dass es unsportlich ist, den Ben Nevis ohne Rucksack zu besteigen, nahm deshalb den seinigen, gefüllt mit unseren warmen Sachen, Essen und Trinken mit. Zuerst ging es noch ein Stück die Strasse entlang. Danach begann das Grauen: Schon die erste Steigung war sehr steil und steinig … und anstrengend… und respekteinflößend. Aber das Positive: Wir sahen ja den Gipfel. Also weiter gestiefelt. Nach ca. ein dreiviertelviertel Stunden Steinen, Kurven und immer wieder denselben (zumindest schien es so) Trampelpfad kamen wir an einen See. Zwischenbilanz: wir hatten es geschafft, einen ca. 80 jährigen, humpelnden Mann am Stock zu überholen und die Hälfte bis zum Gipfel überwunden. Zumindest dachten wir das. Was wir zu Beginng als Gipfel eingestuft hatten entpuppte sich nämlich lediglich als “Ebene”, nach der es nur noch steiler weiterging. Eine weitere Stunde später hatten wir dann endlich 3 weiter Ebenen erklommen, die wir jede für den Gipfel gehalten hatten. Inzwischen wurde es hier oben immer kälter, sodass man immer weniger Teile seines Körpers noch richtig spürte, mal abgesehen von den Beinen. Kurz (so. ca., eine 3/4 Stunde) vor dem wirklich letzten Gipfel lag sogar der erste Schnee, was Becci und Henne nutzten um sich endlich mal richtig “kalt” zu machen. Völlig erschöpft kamen wir also nach 3 3/4 Stunden “Bergsteigens” endlich oben an. Wir hatten uns während dem Aufstieg schon richtig an den wunderschönen Ausblick gewöhnt (man sah wirklich total weit und die Landschaft war einfach genial) und wollten oben ein kleines Picknick machen, eine Stunde ausruhen. Da aber gefühlsmäßig die Temperatur schon den absoluten Nullpunkt unterschritten hatte, verkürzte sich unser Aufenthalt auf lediglich 15 Minuten, in denen wir einmal um den Gipfel liefen und unser mitgebrachtes Brot aßen. Bevor wir endgültig festfroren rissen wir uns los. Der Abstieg schien viel schneller von statten zu gehen, als der Aufstieg. Wir brauchten kaum 2 Stunden, nur unterbrochen durch eine Pinkelpause und eine Fotosession für Lisa. Wieder am Campingplatz angekommen, nahmen wir alle erst mal eine lange Dusche, was dazu führte, dass die Stimmung wieder oben auf war. Ausgestattet mit Bier, Sekt (!) und Nudeln mit Tomatensoße (con Moritz und Hanna super zubereitet) verbrachten wir bei Kartenspiel einen netten Abend. Leider mussten wir uns später ins Zelt verziehen, da es anfing, zu regnen und auch die Mücken mal wieder stärker überhand nahmen. Als es immer stärker regnete und windete bekamen die Mädels Zweifel an der Sicherheit ihres Zeltes. Doch glücklicherweise konnten die fehlenden Heringe, um das Zelt stabil zu machen, bei den freundlichen deutschen Nachbarn geschnorrt werden. So stand einer gemütlichen Nacht nichts mehr im Wege.
Fazit:
- Manche Berge sind höher, als sie scheinen
- Duschen können Wunder bewirken

4.6.03 “Eine Insel mit zwei Bergen…”
Nach dem anstrengenden Tag auf dem Ben Nevis war uns die wohlverdiente Nachtruhe nicht gegönnt worden. Während Becci mit der Zeltstange kämpfte, der Regen Hanna in den Wahnsinn trieb und Henne Probleme mit der auftretenden Feuchtigkeit im Zelt hatte, schlummerten wenigstens Moritz und Lisa wie Murmeltiere. Doch einmal aufgestanden vertrieben Kaffee, Toast und Bohnen (na ja) die Müdigkeit und machte alle wieder fröhlich. Nachdem alle gepackt, selbst Moritz hatte endlich alles im Rucksack verstaut, stiefelten wir schnell die 2 Meilen nach Fort Williams, wo wird schnell Geld wechselten und einkauften. Dann ab in den Bus und zur “Magical Isle of Skye”. Kyleakin hieß der Ort, bei dem wir nach 2 stündiger Busfahrt ankamen. Wir hatten alle gegessen und Schlaf nachgeholt und entschieden uns trotzdem gegen einen 6-meilen-Marsch zum nächsten Campingplatz. Die Jugendherberge war zu verlockend. Nachdem wir auch die anderen Übernachtungsmöglichkeiten im Ort (Kifferbude, etc…) angeschaut hatten, checkten wir ein und die meisten gönnten sich abermals eine heiße Dusche. Henne und Becci zauberten ein wunderbares Mahl aus Reis, Nudeln, gedünstetem Gemüse und Pilsen. Satt und glücklich verließen wir die Juhe um eines der beiden Pubs aufzusuchen. Beim wunderschönen Sonnenuntergang vor einem kühlen Getränk (Lisa musste übertreiben), versuchten sich alle im Zigaretten drehen, wobei sich zum erstenmal Hanns bemerkenswertes Talent für diese Tätigkeit herausstellte. Dem lärmenden Pub entflohen kam uns die Idee zu der scheinbar nicht weit entfernten Ruine zu spazieren. Doch als sich der Spaziergang zum Abenteuer mit Schlammgruben, Falllöchern und rutschigen Steinen erwies, verlor Hanna die Motivation und kehrte um. Sie entschied sich für einen meditativen Aufenthalt auf der Bank am Pier. Unverdrossen, unbeirrt und ein Ziel vor den Augen, bahnten sich die 4 anderen Wanderer einen Weg durch das Gestrüpp. Fest der Überzeugung, dass sich die Strapazen lohnen würden, gelangten sie schließlich zur Ruine, wo sich ihnen ein wunderschöner Blick über die Bucht und die umliegenden Dörfer bot. Bei Gesprächen über den morgigen Frühsport verbrachten sie einige 10 Minuten auf diesem romantsichen Fleckchen Erde, bevor sie den Rückweg antraten. Glücklich über ihre Hartnäckigkeit kehrten die 4, zwar teilweise etwas dreckiger als zuvor, wieder in ihre Nächtigungsstätte zurück.
Fazit:
- In Schottland gibt es doch Sterne!

5.6.03 Relaxing pur – Kein Alkohol ist auch keine Lösung
Nach einer erneuten Nacht in einer Jugendherberge wachten wir doch alle mehr oder weniger glücklich auf. Hanna, für ihren Teil wurde von Lisa geweckt, die zig Tüten in ihrem Rucksack hatte und damit raschelte. Na ja, wach ging es also runter in den Frühstücksraum, wo sogleich eine Frau von der Jugendherberge Stress schob, dass die Küche um 11.00Uhr schloss. Die 5 Freunde verstanden die Welt nicht mehr. Ihre Uhr zeigte 10.15 Uhr und die Frau schob so ein Stress. Unverdrossen machten sie sich also daran, ihr Frühstück zuzubereiten. Es gab natürlich wie immer Müsli mit Joghurt und Früchten. Danach beschlossen wir, uns das Örtchen einmal näher anzuschauen. Also liefen wir 500m in westliche Richtung, bis wir am Pier standen. Nach akrobatischen Einlagen von Lisa, welche unbedingt auf dem Geländer laufen wollte, ging es in einen kleinen Tourishop, wo sich Lisa und Moritz je ein CD kauften. Auch amüsiert uns die Inhaberin des Ladens, welche auf die Frage nach Briefmarken nach ‘Austria’ wissen wollte, ob dies in Europa liegt!!!! Zurück in der Juhe versuchte wir uns zunächst an Monopoly, ließen es aber schnell wegen Unkenntnis liegen und gingen weiter zu Cluedo. Nachdem Lisa nach ca. 1 Stunde mal auf gut Glück losgeraten hatte, war das Spiel zu Ende, denn sie hatte den Mörder gefunden. Und es war nicht der Gärtner. Zum Mittagessen gab es jetzt schon zum x -ten Male Käsebrot, wobei Henne und Moritz Käsetoast machen wollten und die hälfte der Brote verbrannte und Becci den Käse ‘etwas’ dick schnitt. Da es nun endlich nach 13.00 Uhr war, wollte Lisa nun waschen gehen (vorher war es nicht erlaubt) aber jetzt war diese ‘nette’ Frau von heute morgen schlafen gegangen und dies bedeutete kein Waschpulver. Nach einem Kapitel ‘Rotes U’ war diese Problem aber gelöst und es wurde gewaschen. Hanna und Moritz, die beide plank waren, überlegten kurz entschlossen nach Kyle zur Bank zu laufen. Lisa war zunächst dabei, verließ aber angesichts der Brück die Lust und wollte am Strand spazieren gehen. Nun wurde auch, angetrieben von den enormen Preisen im Pub, zum ersten Mal ein ‘Captain’ gekauft und Irish Creme. Unterdessen fragte sich Moritz die ganze Zeit, wo die vielen Jungen und Mädchen den alle hingehen. Zum Glück fragte er nicht nach ;-) Zurück in Kyleakin gingen wir ins Pub essen und Henne und Moritz probierten Haggis. Hennes Kommentar: “Schmeckt wie ne Schlachtpaltte” und Moritz schien weniger begeistert. Danach ging es an den Strand und der Captain wurde geöffnet. Nach ein paar Runden ‘Arschloch’ ging es dann ab in die Heia. Wobei Becci so ihre Probleme damit hatte. Sie öffnete die Zimmertür kam aber nicht rein. Als sie die Tür dann aufstieß saß sie an der Wand gegenüber angelehnt auf dem Boden, kam aber immer noch nicht rein. Beim 2. mal Tür aufstßen kam sie dann auf allen vieren hineingekrabbelt. Und so kam sie noch in den Genuss iner Zigarettendrehstunde von Hanna.
1. Schluck Whsikey 2. Paper mit Klebeding nach unten 3. Tabak und dann mit Hingabe drehen und fertig!
Fazit:
- es gibt auch junge Leute in Schottland
- ein ‘Captain’ macht das Leben leichter *g*
- auch auf Knien kann man sich fortbewegen
- der Mörder ist nicht immer der Gärtner

6.6.03 Verarscht – mal wieder
Wir wissen nicht genau wann der Tag für die Jungs begann. Keiner von ihnen hatte ja eine Uhr. Deshalb standen sie einfach mal auf, nachdem sie aufgewacht waren und machten sich fertig. In der Küche angekommen stellten sie fest, dass es viertel vor acht war – um neun waren wir verabredet. Also warten…
Um viertel vor neun war das Frühstück fertig (natürlich nicht von alleine), sodass die geschnippelten Früchte genau um neun – wenn die Mädels ja kommen sollten – ihre optimale Blüte erreichten. Nun war s neun, aber von den Damen keine Spur. Diese hatten natürlich verschlafen und allgemeine Hektik brach aus, als Hanna Lisa um fünf vor neun weckte. Hanna schaffte es tatsächlich noch bis kurz nach neun, während die andern beiden dann im 15 – Minuten Takt eintrudelten. Schnell gefrühstückt und ausgecheckt ging es mit dem Bus um 10:09 Uhr in Richtung Inverness. Da wir nicht wussten, welchen von den beiden Bushaltestellen – Loch Ness Youth Hostel oder Castle – zu unserem Campingplatz (zumindest dem geplanten) gehört nahmen wir einfach mal die frühere von beiden, weiterfahren kann man ja immer noch. Am Youth Hostel angekommen standen wir genaugenommen wieder an einer Schnellstasse, an der rechten Straßenseite der Jugendherberge, links eine Pension. Hmpf, der Campingplatz war auch nicht in der Nähe…. Moritz verschwand mal wieder kurz um in der Jugendherberge nach dem Weg zum Campingplatz zu fragen. Nachdem die Dame in der Juhe Moritz komisch angeschaut hatte, als sie erfuhr, dass wir laufen wollten, verschwieg dieser den Mädels lieber, dass es 10 Meilen (!) bis zum Campingplatz waren. Er sagte etwa von 6 Meilen und dass der Weg nicht sonderlich steil den Berg hochgehen würde. So ein Lügner! Zusammen mit Henne grinste er uns frech an und los ging’s. Der Weg führte vom Loch Ness weg den Berg hoch, wobei seine Kurvenführung uns das Gefühl gab nicht von der Stelle zu kommen. Na ja, wenigstens war die Aussicht auf das Loch Ness wirklich sehr schön. Der Weg führte zuerst den Berg hoch und danach durch ein Waldgebiet. Anschließend überquerten wir noch einige Weiden, bis wir dann endlich auf einem gepflasterten Weg trafen. Dort angekommen stießen wir auf eine Reisegruppe, die sich irgendwelche Häuser von Alt-Hippies anschauen wollten, die irgendwas aus Keramik herstellen. Erst später viel uns auf, dass wir diese Leute hätten fragen können, wie weit es noch bis zu unserem Campingplatz und den damit verbundenen Dorf, wo wir einkaufen wollten. Und Mädchen war längst klar, dass die Jungs mit ihren 6 Meilen gelogen hatten. So liefen wir also die geteerte Straße entlang. Bis auf eine paar Häuser weit und breit nichts. Irgendwann näherte sich der Bus mit der Reisegruppe und fuhr an uns vorbei. Hanna schien von diesem ungewissen gewandere leicht nervös zu schein, denn sie setzte auf einmal zu einem Überholmanöver an. Von der letzten Position lief sie sich auf die Pole Position. Dort verblieb sie dann auch mit einem gewissen Abstand zu den anderen eine Weile. Als sie ein Haus am Wegrand sah mit einem werkelndem Schotten vor der Tür, fasst sie sich ein
Fazit:
- traue keinen Jungs
- auch in Schottland gibt es Hippies
- wenn man einen gewissen Grad an Erschöpfung überschritten hat, ißt man alles

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