March 22, 2006

2004-11 Israel

Givat Hamore , 28. November 2004

Shalom liebe Freunde und Förderer,

ja, es gibt mich noch immer, obwohl ich Mitte des Monats November fast erfroren wäre. Aber mein letzter Rundbrief endete ja im Oktober, deswegen noch mal zurück in den Oktober. Ausflugstechnisch habe ich auch diesmal wieder einige Sachen zu erzählen, habe einige neue Orte bereist und bin wieder einige Erfahrungen reicher geworden.

Am 22. Oktober bin ich zum Beispiel wieder einmal nach Tel Aviv getrampt – seid ihr schon einmal in einem Auto mitgefahren, dessen Kühler am kochen ist und der deswegen alle 10 Minuten aufgefüllt werden muss? Gut, das ist bestimmt schon öfters mal jemandem passiert, aber das zusätzlich die Batterie kaputt ist, man also an der Raststätte stehen bleibt, das Auto ausmacht, damit man Zeit hat, den Kühler aufzufüllen, dann die Beifahrer das Auto anschieben und reinspringen bevor der Fahrer losfährt, das ist schon ein Erlebnis? vor allem, wenn man in Israel ja noch auf Attentäter stoßen kann, die natürlich nicht mit den neusten Autos durch die Gegend fahren. In Tel Aviv selbst sollte eigentlich eine “Love Parade” stattfinden, als wir aber um 17:30 Uhr dort eintrafen erfuhren wir, dass diese nur 6 Stunden lang ging und die ganzen 200.000 Besucher schon um 17 Uhr auf dem Nachhauseweg waren. Tolle Loveparade. Der Heimweg war auch etwas Besonderes: Jörg und ich wollten um 1:30 Uhr nachts noch die 80 Kilometer nach Afula zurücktrampen und liefen erstmal 3 Kilometer an den Stadtrand, da man in einer Stadt sowieso nie mitgenommen wird. Gegen 2:00 Uhr – wir waren inzwischen kurz vor Herzliyya, einem Vorort von Tel Aviv – hielt ein Mann um die 30 an und fragte wohin wir wollten. Er konnte uns leider nur bis zur nächsten Abfahrt, also nach Herzliyya mitnehmen, wollte uns aber auch nicht an der Straße stehen lassen, also entschloss er sich kurz dazu, uns auf einen Kaffee einzuladen. Wir saßen also von 2:30 Uhr bis 4:00 Uhr nachts in einem Kaffee und unterhielten uns über “den Wolf im Menschen” (Jörg war müde und genervt, also unterhielt eigentlich nur ich mich mit ihm…) bis er uns nach einigen Diskussionen (“euch nimmt doch jetzt niemand mit”) wieder am Highway aussetzte. Ohne Probleme kamen wir dann doch um kurz vor 6 Uhr in Afula an.

Zum ersten Mal in Jerusalem war ich eine Woche darauf, ich hatte drei Tage frei und wollte die anderen Volontäre unserer Organisation dort besuchen. Da es bei meiner Hinfahrt nach Jerusalem doch tatsächlich anfing zu regnen besuchten wir das Israel Museum, eine sehr interessante Sammlung, nicht nur über die Geschichte Israels. Obligatorisch ist in Jerusalem natürlich auch ein Besuch auf dem Shuq, dem lokalen Markt, der Altstadt und dem Ölberg. Letztere besichtigte ich bei meinem ersten Besuch jedoch nur bei Nacht, es gab einfach zu viel zu sehen.

In der darauf folgenden Woche hatten wir ein weiteres mal Besuch von der Army, sie half wieder Müll aus dem Wald zu räumen und ich stellte fest, dass die religiösen Frauen bei der Armee Röcke tragen. Grundsätzlich tragen religiöse Frauen immer Röcke, ich wusste nur noch nicht, dass es diese eben auch im Militärlook gibt. Am 5. November fuhr ich mit Ira noch mal nach Herzliyya, der wahrscheinlich reichsten Stadt Israels – alle Menschen mit Geld ziehen hier her an die Küste – und wir nutzten das warme Wetter um schwimmen zu gehen. Zum Glück, wie sich bald herausstellte, aber dazu später. In Jerusalem war ich dann wieder von 12. bis 14. November. Ich hatte mir dieses Wochenende ausgesucht, da Ramdan zu Ende war und die Araber ein großes Fest feierten. Natürlich ahnte ich vorher nicht, dass Jassir Arafat an diesem Wochenende sterben und in Ramallah, also 15 Kilometer von mir entfernt, begraben werden würde! Wir überlegten es uns wirklich mehrmals nach Ramallah zu fahren, dachten jedoch zuerst, dass wir wohl eh nicht hinkamen, später als wir merkten, dass es doch gegangen wäre war es zu spät und am nächsten Tag war schon wieder alles vorbei. Naja, es gab ja auch noch die Altstadt, die ich diesmal bei Tag zu sehen bekam. Wir fanden einen genialen Platz auf einem Institut gegenüber der Klagemauer, von dessen Dach aus man die Juden vor und die Araber hinter der Klagemauer beten sah. Von dort stammt auch das Bild, auf dem man zwei Scharfschützen auf dem Dach liegen sieht, die auf die Klagemauer zielen und jüdische Kinder zwischen ihnen spielen. Nachdem eine Volontärin in Jerusalem ihren Geburtstag in einer Nagilar-Bar feierte, fuhr ich mit dem ersten Bus um 5:30 Uhr wieder zurück nach Afula, musste ich doch leider wieder arbeiten.

Letzte Woche bekam ich dann Besuch von Bart aus Jerusalem, wir fuhren zusammen nach Nazareth und ich besuchte ein weiteres Mal die Jesus Verkündigungskirche. Am Samstag ging es dann nach Akko, einer alten Kreuzfahrerstadt im Norden von Haifa, die jetzt touristisch ausgebaut ist und demnach viele alte Gebäude wie Festung, Kirche, Moschee, Hafen oder Tunnel zu bieten hat. Es ist echt faszinierend, darüber nachzudenken, dass schon vor fast tausend Jahren Menschen einfach alles in ihrer Heimat aufgegeben haben und schon alleine ein Jahr lang unterwegs waren um überhaupt hier her zu kommen. Für sie muss es wirklich viel bedeutet haben, nach einem Jahr der Wanderschaft auf ihrer selbstgebauten Burg zu sitzen und den Sonnenuntergang überm Mittelmeer Richtung Heimat zu sehen. Gut, ich gebe zu, mich hat dieser Anblick und die Gedanken auch beeindruckt, aber ich weiß ja, dass ich in spätestens einem dreiviertel Jahr wieder in Deutschland bin.

Gestern, am Freitagabend, fand in Nazareth, im “Centre culturel francais de Nazareth” eine Feier wegen dem ersten Wein des Jahres, dem Beaujolais, mit Käse und Musik statt. Da ich davor schon einmal dort war, um mich mit lauter Französisch sprechenden Menschen zu unterhalten und einen französischen Film zu schauen, kannte ich noch einige Gesichter und freute mich, ihnen beim Vorbereiten (Brot und Käse schnippeln) zu helfen und wieder einige neue Leute kennen zu lernen. Das interessante ist ja, dass Nazareth arabisch ist, nur deshalb kann so ein Fest ja am Freitag, also dem “erev shabbat” (dem Vorabend von Shabbat, man darf auch hier nichts arbeiten), stattfinden. In Nazareth wird also hauptsächlich Arabisch gesprochen, es können zwar viele Hebräisch, aber man spricht es nicht so gerne. Ein weiterer krasser Unterschied ist, dass hier viele christliche und moslemische Menschen leben, es werden also auch christliche Feiertage wie Weihnachten gefeiert. Wenn man bei mir in der Gegend irgendwo Schokoladennikoläuse kaufen möchte, muss man das folglich in Nazareth tun. Ich weiß zwar nicht warum, aber in den Süßigkeitenläden dort werden jetzt gerade auch Osterhasen verkauft, was also gegen die Theorie spricht, dass die Übriggebliebenen eingeschmelzt und zu Nikoläusen verarbeitet werden. Meine Vermutung: Sie werden einfach aufgehoben und Jahre später wieder verkauft. Aber wieder zurück zum französischen Zentrum. Es gab also den Wein, Brot und Käse, ich persönlich fand den Beaujolais schlecht, habe aber keine Ahnung, wie die Einheimischen ihn hier finden, da ich mit einem moslemischen Freund dort war, der ja aus religiösen Gründen keinen Alkohol trinkt. Einzig eine französische Volontärin hat mir zugestimmt, dass der Wein wirklich nichts ist. Anfangs läuft noch französische Musik, der DJ wechselt aber schnell zu arabischer und später am Abend westlicher “Disco-Musik”. Hauptsächlich die jüngeren Besucher tanzen, so stehe ich später mit Volontären aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Australien und Russland, sowie einigen jungen Einheimischen auf der “Tanzfläche”, einer frei geräumten Fläche in der Mitte des Raums. Auf der Heimfahrt hat man dann doch gemerkt, wie kalt es in Israel eigentlich sein kann.

Das Wetter hat sich nämlich auch hier drastisch geändert: Innerhalb einiger weniger Tage gab es einen Wetterumschwung von 30°C+ auf 12-15°C. Wie ich erfahren habe, gibt es in Israel offensichtlich keinen Herbst oder Frühling, der gefühlte Sommer geht einfach bis Anfang November, dann ist es zwei-drei Tage etwas regnerisch und mit 20°C lauwarm, ein paar Tage später wacht man morgens auf und es ist einfach kalt. Ihr könnt euch wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wie kalt 10°C sein können, wenn man 2 Monate lang auch nachts nicht weniger als 24°C hatte…

Inzwischen hat sich auch (wovon mein Vater sicherlich nicht begeistert ist – “Sitz nicht so viel am PC!?”) auf technischer Ebene einiges bei uns getan, wir haben zwei große Leitungen durch Beit Uri verlegt, CAT-7-Kabel, die einmal den Bunker mit unserer Krankenstation und die Krankenstation mit unserem Volohome verbinden. Im Volohome steht dann ein W-LAN-AP, über den wir uns alle ins Netz einwählen können. Wir haben jetzt zwar immer noch die 28,8kbit-Leitung, die wir uns zu fünft teilen, können jetzt aber wenigstens von unseren Zimmern aus Mails verschicken und müssen nicht im Schutzbunker sitzen Offiziell dürfen wir erst ab 21 Uhr ins Internet, um die vier Leitungen, die für ganz Beit Uri reichen müssen, nicht zu belasten. Da eine 2mbit-Leitung aber nur 60 Shekel (ca. 11 Euro) pro Monat kostet, sollte sich das eigentlich bald ändern. Nur möchte Yossi, der Heimleiter, die Leitung aber lieber gesponsort haben, kommt nur leider nicht dazu, da irgendetwas zu organisieren.

Inzwischen, wo ich jetzt etwas länger hier bin, ist mir doch auch aufgefallen, dass die “Öffentlichkeitsarbeit” hier recht wichtig ist. Wir bekommen häufig Besuch von hauptsächlich älteren Leuten aus den USA oder Großbritannien, die sich das Heim anschauen, durch unsere Workshops geführt werden, um dort die von uns hergestellten Produkte (Kerzen, Körbe, Tonwaren, Teppiche,…) zu kaufen, und sich die Häuser anschauen, in denen die Bewohner leben. Natürlich wird immer extra für solche Gruppen ein Theaterstück eingeübt, es gibt besseres Essen als sonst und alle Bewohner, die sonst irgendwelche Probleme machen, bleiben in den Häusern, oder laufen zumindest nicht draußen herum. Beim letzten Besuch waren wir mit den Kindern gerade in Beit Uri spazieren und wurden von der Frau, die für die Besuche zuständig ist, kurz bevor der Besuch kam einfach mal auf den Spielplatz vor Beit Uri geschickt, damit die Besucher sehen, wie schön wir mit den Kindern hier spielen. Ok, es klingt vielleicht ein bisschen arg negativ, den Bewohnern hier geht es schon recht gut, ich wollte damit eigentlich nur zeigen, dass für Besuchergruppen, die Geld bringen, immer ein riesiges Theater gemacht wird.

In diesem Rundbrief wollte ich ja auch endlich etwas detaillierter über meine Arbeit berichten, nach 3 Monaten hier kann ich den Alltag ja ganz gut beschreiben. Vorab noch etwas, ich darf aus Datenschutzgründen keine Namen von Bewohnern nennen, auch meine Bilder sind schon etwas kritisch, wenn ich sie online stelle dann auf alle Fälle nur ohne Beschreibungen. Falls ich in der Vergangenheit dagegen verstoßen haben sollte, überseht jegliche Namen oder Beschreibungen bitte! Ich habe mir gerade noch mal meine erste Rundmail durchgelesen und musste bei meinen Beschreibungen selbst etwas grinsen. Ich arbeite zwar immer noch in der Frühschicht, fange also meistens abwechselnd mit Steffen, meinem Kollegen, zwischen 6 Uhr und 7:30 Uhr an zu arbeiten. Es stimmt zwar alles, was ich über den ersten Teil bis 8 Uhr geschrieben habe, aber von der Schule kann ich jetzt, wo ich etwas hebräisch spreche, ein anderes Bild vermitteln. Wenn wir mit den zehn Kindern im Gebäude der Schule ankommen, werden erstmal die Jacken ausgezogen, P. muss lernen zu stehen und wird deshalb in ein Gerät gespannt, in dem er stehen kann (Wenn es interessiert, Bilder müssten online sein). In der Schule arbeite ich zwar auch mit den gleichen Kindern, wie im Haus, aber die Betreuer sind andere, dort passe ich zusammen mit Hilla (eine bat sheirut, Zivildienstleistende, die auch bei mir im Haus arbeitet), Nathalie, die auch Sportlehrerin ist und Esther, die vor 17 Jahren aus Lörrach ausgewandert und wohl die am besten ausgebildete Arbeiterin in Beir Uri ist. Esther ist auch quasi die “Lehrerin” der Klasse, sie bestimmt, was gemacht wird und wohin wir gehen. Esther ist jeden Sonntag in einer Fortbildungsstätte, wo sie mit Anderen zusammen Seminare für Behindertenarbeit gibt, ihr Spezialgebiet ist das Spielen mit Behinderten Kindern. Der Morgenkreis, den ich am Anfang ja nicht verstanden habe, ist inzwischen auch ganz klar: Als erstes zündet eines der Kinder eine Kerze an, dann begrüßen wir uns alle gegenseitig, danach dann die Sonne, weil sie so schön scheint (meistens hier sogar wirklich), das grüne Gras und die rote Blume (warum ausgerechnet die rote weiß ich auch nicht so ganz). Natürlich werden auch die Leute begrüßt, die eigentlich zur Klasse gehören, aber aus irgendwelchen Gründen nicht da sind. Wenn die ganze Begrüßungszeremonie abgeschlossen ist versuchen wir herauszufinden, was für einen Tag wir heute haben. E., einer der fitteren, wird eigentlich immer als erstes gefragt, beim ersten Versuch sagt er jedoch wirklich jeden Tag “Jom Sheni” (der zweite Tag, also Montag), wenn man den Anfangsbuchstaben sagt kommt er dann zwar drauf, er kennt eigentlich sogar die Reihenfolge der Tage, kann sie nur nicht zuordnen. Direkt danach hat er es dann auch wieder vergessen. Sobald auch geklärt ist was für ein Tag heute ist, wird ein Schild aufgehängt, auf dem der Tag steht (natürlich auf Hebräisch) und wir unterhalten uns ein bisschen mit den Kindern. Soweit läuft jeder Tag gleich ab, jetzt ist kurz vor neun und es wird entweder eine Geschichte vorgelesen, wir haben Zeichenstunde, Eurythmie, Musik oder Webstunde. Wenn wir dann zurückkommen, wechsle ich erstmal alle Windeln, da ich der einzige Mann in der Klasse bin und es besser ist, wenn ich das bei den Jungs mache. Leider sind aber nur zwei von den zehn Kindern Mädchen… naja, momentan ist meine Nase mal wieder zu und so habe ich während dem Wechseln auch ein bisschen Ruhe. Wenn alle durch sind ist es meistens zwischen 10 Uhr und 10:30 Uhr, dann habe ich erstmal 15 Minuten Pause. Während ich Pause habe, bekommen die Kinder ein zweites Frühstück und wenn ich zurückkomme machen wir uns meistens auf den Weg in die “Pause für die Kinder”. Da sie bisher nur im Haus saßen, gehen wir ca. eine halbe bis dreiviertel Stunde spazieren, ich versuche manchmal mit T. ein bisschen zu joggen, da er Übergewicht hat (was vielleicht daran liegt, dass er einfach alles(!) ist, was ihm in die Hände fällt, wir haben sogar schon einen Gummiball mit 6cm Durchmesser in seinen Exkrementen gefunden…) und lasse A. und P. versuchen etwas in ihren Gehwägen zu laufen. Nach der Pause haben wir meist noch eine zweite Aktivität, ähnlich wie am Morgen. Danach treffen wir uns zum Abschlusskreis wieder in unserem Klassenzimmer, danken für den Unterricht und gehen zusammen ins Haus, in welchem zu Mittag gegessen wird. Sonntags gehen wir nach dem Mittagessen immer zu den Pferden. In der Nähe von Afula gibt es einen Pferdehof, der auf Behindertenarbeit spezialisiert ist, dort setzen wir die Kinder auf die Pferde und lassen diese ein bisschen im Kreis herumlaufen. An jedem anderen Wochentag gibt es nach dem Mittagessen aber erstmal einen Mittagsschlaf, von 13 Uhr bis kurz vor 15 Uhr. Wenn die Kinder dann aufwachen wird durchgeschaut, ob jemand in die Windel gemacht hat (wenn er denn eine an hat, manchen Kindern soll es “abgewöhnt” werden) und neu angezogen. Häufig machen wir gegen 15 Uhr wieder einen Spaziergang, lesen eine Geschichte oder sitzen einfach im Haus und passen auf, dass keines der Kinder etwas demoliert oder sich nicht selbst verletzt. Um 16 Uhr gibt es wieder einen kleinen Snack, häufig Obst, manchmal aber auch Kekse oder Chips (“bisli” oder “bamba”) und etwas zu trinken. Danach ist manchmal auch jetzt eine Aktivität wie Musik oder Eurythmie, abhängig davon, ob wir es am Morgen schon hatten, sonst haben die Kinder quasi frei und wir passen auf, dass nichts passiert. Gegen 17 Uhr gehen die Externen meist nach Hause, das Abendessen um 18 Uhr nehmen wir also wie das Frühstück wieder nur mit den festen Bewohnern zusammen ein. Danach gehen alle auf die Toilette, werden geduscht, bekommen Zähne geputzt und I. bekommt eine Zinkcreme wegen seinen Hämorrhoiden in den Po geschmiert. Natürlich auch hier wieder: Männer duschen Männer… Jetzt sind wir aber meist zu zweit, nur in Einzelfällen (wie gestern…) muss ich alle vier Jungs alleine fertig machen, sonst macht jeder von uns zwei. Wenn alle fertig sind, gibt es einen “Gute Nacht-Kreis”, es wird noch eine kurze Geschichte vorgelesen und alle gehen ins Bett. Alle zwei bis drei Wochen hat die dirah, also mein Haus, auch Putzdienst in der Ulam, der großen Halle, in dieser Woche putze ich dann, bevor ich nach Hause (also eigentlich nur um die Ecke) gehe, noch die Toiletten in eben der großen Halle.

Ja, soweit für diesen Monat, an den Feiertagen sowie jom shishi (Freitag) und shabat (Samstag) ist der Tagesablauf ein etwas anderer, aber ich brauche nächsten Monat ja auch noch etwas, über das ich schreiben kann ;)
Nebenbei fällt mir gerade auf, dass ich noch nicht weiß, wie oder wann ich im Dezember schreiben werde, da mich meine Freundin Nadja vom 22. Dezember bis zum 06. Januar besucht und wir vom 24. bis zum 02. unterwegs sein werden. Ich kann schon ein bisschen verraten, an Weihnachten werde ich in der Jesu-Geburtskirche in Bethlehem (heißt übrigens eigentlich “beth lechem”, also entweder etwas wie “Haus des Brotes” oder “ihr Haus”), an Silvester voraussichtlich am Strand von Tel Aviv sein. Jedenfalls bekommt ihr die Rundmail evtl. schon Mitte Dezember oder erst Anfang Januar.

Liebe Grüße an alle,
“shalom welehitraot” (“Frieden/Hallo/Tschüss und auf Wiedersehen”) und einen frohen ersten Advent wünscht euch

Euer Moritz

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