March 22, 2006
2005-03 Israel
Givat Hamore , 12. April 2005
Shalom liebe Freundinnen/Freunde und Förderinnen/Förderer,
und schon wieder sitze ich hier und schreibe an meinem Rundbrief. Und ja, diesmal kommt er wirklich etwas spät, diesen Monat fehlte einfach absolut jede Motivation mich an den Laptop zu setzen und etwas niederzuschreiben. Unter Umständen könnte das ja an dem immensen Feedback liegen, dass ich auf den Rundbrief immer bekomme… An dieser Stelle vielen Dank an den tapferen Arno! Jedenfalls merke ich doch jedes Mal, wenn sich der erste eines Monats nähert, wie die Zeit zum einen zwar wirklich schnell vorbei geht, zum anderen aber auch, wie lange der Monat doch wieder war. Gerade sehe ich noch meine Familie am Flughafen winken, schon bin ich sieben Monate in Israel, spreche (fast fließend – was nicht „perfekt“ heißt, sondern lediglich, dass ich im normalen Alltag nicht wirklich nachdenken muss) Hebräisch und kommandiere Kinder durch die Gegend. Wenn ich aber darüber nachdenke, was ich hier alles erlebt habe, wo ich schon überall war und welche Menschen ich getroffen habe, dann kommen mir die sieben Monate wie eine kleine Ewigkeit vor. Und ja, ich weiß, Nadja würde mich jetzt sicher wieder auf den Oxymoron hinweisen.
Ihr habt gemerkt, dass ich auch den letzen Brief bereits mit diesem Gedanken begonnen habe? Ja, wenn sich die Zeit dem Ende neigt, denkt man häufiger darüber nach, ob man sie sinnvoll genutzt hat – in jeglicher Hinsicht. Aber nun Schluss mit den philosophischen Reden…
Im letzten Rundbrief fing ich an, meine Kinder ein bisschen zu beschreiben; auch wenn ich nicht mehr zu allen kommen sollte, so möchte ich in den nächsten Briefen doch zumindest meine ständigen Bewohner vorstellen. Weiter war ich im März mit meinen Eltern in Urlaub und habe wieder einige kleine Änderungen an der Homepage vorzustellen, es gibt also auch diesen Monat wieder einiges zu berichten.
Um kein Geschlecht zu benachteiligen, sollte ich auch auf meine Mädels genauer eingehen. Wie schon erwähnt, kümmere ich mich hier um zwei davon. Vielleicht ist „kümmern“ nicht ganz das richtige Wort, im Gegensatz zu den Jungs, denen ich ja mehrmals täglich ihren Hintern säubern darf, ist mir das bei M und Y untersagt. M ist die Selbstständigere der Beiden – und genauer gesagt auch die Selbstständigste bei uns im Haus. E, den ich im letzten Brief beschrieben habe, ist zwar eigentlich intelligenter, aber da er ständig träumt und man die Momente, an denen er seinen Kopf benutzt, an einer Hand abzählen kann, ist ihm M doch ein ganzes Stück voraus. Sie ist sicher auch die Einzige, die wirklich merkt, dass die anderen Kinder nicht immer alles verstehen. Daher hilft sie mir manchmal, sie zeigt den anderen Kindern gerne, dass sie mehr versteht und tadelt sie auch, wenn sie etwas falsch machen. Gerade wenn wir spazieren gehen und eines der Kinder wieder anfangen will Blumen zu essen oder Blätter von irgendwelchen Bäumen abzureißen ist es ganz angenehm, M zu fragen, ob sie denjenigen nicht holen kann. Faszinierenderweise schafft sie es sogar T oder I vor sich her zu schieben, obwohl diese mindestens drei Mal so schwer wie sie selbst sind und sich gegen mich meistens wehren. Ms Krankheit ist schwer zu beschreiben: Zum einen hat sie ein Problem mit anderen Menschen, besonders jungen Frauen gegenüber ist sie zu extrovertiert und wir haben selten Besucher bei denen sie nicht gleich an der Hand hängt. Ein weiteres Problem ist ihre Aussprache: Leider nuschelt sie stark und vertauscht häufig Silben oder lässt sie gar ganz weg. Da sie ansonsten nur mit einigen wenigen Kleinigkeiten Probleme hat, denke ich, dass sie in Beit Uri eigentlich unterfordert ist. Natürlich wüsste ich auch nicht, wo sie sonst leben sollte und es wäre schließlich das Schlimmste für sie, von den anderen Kindern getrennt zu werden.
Ihre beste Freundin und Zimmergenossin Y dagegen ist hier in Beit Uri sehr gut aufgehoben. Auch sie würde ich nicht im klassischen Sinne als „behindert“ bezeichnen; etwas zurückgeblieben beschränkt sich ihr Vokabular – so sie denn nicht gerade nur Silben daherstottert – lediglich auf die Wörter „aba“ („Papa“), „ima“ („Mama“), „adi“ (sie meint damit „ani“, was „ich“ bedeutet), „idi“ (was sie zu allen ihren Freunden sagt) und „pipi“. Letzteres benutzt sie so ziemlich den ganzen Tag, man kann eigentlich davon ausgehen, wenn Y uns etwas mitteilen will schaut sie etwas komisch und ruft „pipi“ oder „aba“. Da Y ständig sabbert oder einen Finger im Mund hat, muss sie nach jedem Essen neue Kleider angezogen bekommen – wenn nicht schon vorher, weil sie sich mit R, einem unserer älteren Jungs im Dreck gewälzt hat. Wenn wir gerade dabei sind: Im Gegensatz zu M umarmt Y lieber Jungs. Natürlich hat sie dabei ihre Lieblinge: Zu ihrem alten Freund I aus Kindertagen, der mit ihr im Haus wohnt, werde ich später noch kommen. Kobi, der nicht bei uns im Haus wohnt (und dessen Namen ich nennen kann, weil ich nur sage, dass er sich ähnlich verhält wie Y) ist ebenfalls ein guter Freund von ihr, den sie aber nur selten, meist am wöchentlichen Abschlusskreis der Schule sieht. Neuerdings gehören nun auch P, einer unserer Externen und ich zum Kreis der Auserwählten, ich kann mich also an täglichen Umarmungen erfreuen.
Wenn sie sich nicht gerade widerspenstig auf dem Boden rollt, weil sie wieder nicht auf die Toilette oder in ihr Zimmer will, ist Y aber inzwischen recht umgänglich. In den ersten Monaten hat sie kein bisschen auf mich gehört, inzwischen habe ich mich aber anscheinend durchgesetzt, sie macht jedenfalls größtenteils was ich sage und schreit nur noch selten herum. Achja, ihre täglichen Aufgaben, wie das Tischabräumen, erledigt sie mit großer Freude stets sorgfältig und zu meiner vollen (nicht vollsten) Zufriedenheit
Da ich gerade bei Y bin, komme ich nun zu ihrem guten Freund I:
Der Älteste unter unseren Kindern ist – so fern es so etwas gibt – ein halber Autist. Meist meint man, er bekomme von seiner Außenwelt recht wenig mit, aber wie bei den anderen auch, weißt sein Verhalten sehr starke Schwankungen auf. Häufig findet man ihn in seinem Zimmer auf dem Bett sitzend und mit irgendetwas vor seiner Nase wedelnd vor, dabei ist er völlig konzentriert und quasi von der Außenwelt abgeschlossen. Wenn er aber irgendwo etwas zu Essen sieht, wird I sehr schnell aktiv, er pirscht sich an seine Beute heran, umrundet sie unauffällig und sobald keiner hinschaut – das bekommt er ganz genau mit – schlägt er zu. Natürlich nicht wahllos: lediglich Schoko- und sonstige Süßspeisen oder Butter stehen auf seiner „Beuteliste“. Tja, wie viele Abendessen mussten nun schon ohne Nachtisch ablaufen, weil man in der Schüssel nur noch den Abdruck einer dicken Patschehand gefunden hatte? Für I hat das in der Regel die Schlimmste aller Konsequenzen: Er muss zuschauen, wie die anderen essen und bekommt erst etwas, wenn alle fertig sind. Natürlich tut er einem dann wieder Leid, wenn der kleine, etwas kugellige Junge mit der Glatze auf seinem Stuhl festgeschnallt sitzt und traurig in die Schüssel stiert und eigentlich nicht wirklich etwas für sein Verhalten kann, im Gegensatz zu uns kann er sich eben einfach nicht kontrollieren. Trotzdem muss er – wie auch wir – lernen, dass auf jede Handlung ihre Konsequenz folgt. Sein Hobby, das Herumwedeln mit allen möglichen Objekten, habe ich ja schon erwähnt. Als besonders unpraktisch erweißt sich dieses vor allem dann, wenn I auf die Idee kommt, mit den Klebestreifen seiner Windel zu wedeln. Kurzerhand entfernt er diese von dem „störenden weißen Ding“ um ungestört seiner Lust zu frönen. Es ist ja auch nicht sein Problem, wenn sich eben diese Windel dann im ganzen Haus verteilt, oder er in just diesem Moment eigentlich besser die Toilette aufsuchen sollte. Was noch erwähnenswert ist, sind Is Schlafpositionen; Er schläft meist im Schneidersitz unter seiner Decke verkrochen. Apropos verkriechen: Da er der Stillste von allen Kindern ist, stört es ihn häufig, wenn die anderen Krach machen, so dass er sich so tief wie möglich in seinem Pulli versteckt und einfach nicht mehr heraus kommt.
Im März war ich mehr unterwegs denn je zuvor, deswegen wird es mir nicht möglich sein, über alle Ausflüge im Detail berichten.
Am 6. März machte das ganze Beit Uri eine kleine Wanderung auf unseren Hausberg, den Givat HaMoreh, um dort so genannte „Irusim“ zu besichtigen. Angeblich sollen diese nur an zwei Orten in Israel, darunter eben unserem Hausberg, und einem weiteren in Südamerika wachsen; Was diese Aussage betrifft bin ich jedoch etwas skeptisch. Wie häufig bei solchen Ausflügen, bekamen wir Unterstützung von der „zahal“, der israelischen Armee, die mit einem Bus junger Soldaten vorbei kamen. Nachdem ich S, unseren Kleinsten, den halben Berg hoch getragen hatte, entschlossen wir uns dazu, den Rest des Weges im Beit Uri-Bus zurück zu legen… Oben angekommen wurden Windeln gewechselt, die Irusim besichtigt und sich wieder an den Abstieg gemacht.
Am 8. März war ich in dem wahrscheinlich wohlhabendsten Gebiet Israels, der Diamantenbörse in Tel Aviv, die von Händlern aus der ganzen Welt aufgesucht wird. Gut, genau genommen saß ich davor, als ich auf mein Visum für Jordanien wartete und konnte währenddessen meine ersten Porsche in Israel außerhalb des Showrooms bestaunen: einen Cayenne S und zwei Boxster. Warum die ausgerechnet hier herumfahren?
Ab dem 13. März war ich schließlich richtig auf Achse:
Nachdem ich meine Eltern am Flughafen abgeholt hatte, nächtigten wir nach einem kleinen nächtlichen Strandspaziergang in Tel Aviv und brachen gleich am nächsten Morgen nach Old Yaffo auf. Nach der Führung durch den Hafen und den alten Park (wie ich bereits in einem anderen Rundbrief schrieb, ging hier einer von Noahs Söhnen an Land um eine Stadt zu gründen) weiter Richtung Gaza, BerSheva bis wir schließlich in den Osten, ans Tote Meer, abbogen. Da hier sogar mein Vater nicht unterging, konnten wir nach einer kleinen Pause Masada – eine alte, von König Herodes erbaute Wüstenburg, auf der später eine jüdische Tragödie stattfand – besichtigen. Die Nacht verbrachten wir in Jerusalem.
Der 15. März war, wer hätte es gedacht, den Tausenden von Kirchen, Kapellen und Klostern Jerusalems inklusive eines seiner bekanntesten Vororte – Bethlehem – gewidmet, darunter vor allem natürlich der Tempelberg mit Al Aqsa und Felsendom, der Christus Grabeskirche, dem Garten Gezehmaneh, der Klagemauer, der Erlöserkirche, der Geburtskirche und wie sie alle heißen. Ich denke ich kann inzwischen ohne Übertreibung sagen, dass ich mich in Jerusalem wie ein Einheimischer auskenne. Und wer schon einmal die Altstadt von Jerusalem gesehen hat weiß, was das bedeutet. Abends konnte ich meine Ortskenntnis bei einem Nachtspaziergang durch selbige unter Beweis stellen, bei dem ich einige nette Nachtbilder vom Dach eines Instituts gegenüber der Klagemauer machen konnte.
Am Mittwoch hielten wir uns schließlich mehr am Rand des Stadtgebiets von Jerusalem auf, unter anderem wurde das Modell von Jerusalem zur Zeit des zweiten (herodianischen) Tempels (also zwischen 20 vdZ und 70 ndZ), der Schrein des Buches mit den ältesten originalen Texten der Torah und die Chagall-Fenster besichtigt.
Der 17. März begann mit einer Fahrt durch die Westbank, nach Bet Shean, die Ausgrabungsstätte einer alten römischen Stadt. Von dort aus ging es über meine Heimatstadt Afula nach Nazareth, zur Verkündigungskirche, in der Mariengemälde aus fast jedem Land der Welt hängen. Auch der Nazarener Shuq ist recht interessant, da diesen viele Händler aus der ganzen Umgebung aufsuchen. Die vorletzte Station – bevor wir in unserem Kibbutzhotel in Tel Hai, bei Metulla an der libanesischen Grenze, zur Ruhe kamen – lag in Sefad (oder auf Hebräisch „tsfad“ gesprochen), dem Herkunftsort der Kabbala, der mystischen Auseinandersetzung mit der tieferen Bedeutung der hebräischen Schriftzeichen, welche heute hauptsächlich von Künstlern bewohnt wird.
Vom Kibbutzhotel brachen wir am nächsten Morgen in die Golanhöhen auf. Wer Israel mit heißer Wüste verbindet wäre hier sicher überrascht: Der höchste Berg in den grünen Golanhöhen ist der Mount Hermon, auf dem zwischen Dezember und Anfang April Skilifte in Betrieb sind. Von einer Militärstation aus, die 1967 im Sechstagekrieg besetzt wurde, setzten wir unsere Reise an den Kinneret, wie der See Genezareth auf Hebräisch heißt, fort. Auch dort gab es wieder einige Kirchen zu besichtigen: Capernaum, die Wasser-zu-Wein-Kirche und einige Kloster. Am Abend kehrten wir wieder an unseren Ausgangspunkt, das Hotel in Tel Hai zurück. Am 19. März führte uns unser letzter Tag dieser Israel-Rundreise über Akko – einer alten Kreuzfahrerburg – nach Haifa und Caesarea, wo die Römer einen ersten Tiefseehafen errichteten.
Ab dem 20. März kam schließlich mein Visum zum Einsatz: Wir reisten durch Jordanien. Da wir dort nur drei Tage verbringen wollten, hatten wir uns dazu entschlossen nur Petra und die Sehenswürdigkeiten, die auf dem Weg dorthin lagen, zu besichtigen. So sahen wir gleich am 20. noch den Berg Nebo, von dem Mose aus das gelobte Land gesehen haben soll und daraufhin starb. Einer weiteren Kreuzfahrerburg und dem Mose-Tal später erreichten wir unser Hotel in Petra. Den ganzen Montag wandelten wir durch die alten, aus Stein gehöhlten Paläste des Nabatäer-Tals, die durch die verschiedenen Lichtbrechungen zu jeder Tageszeit in anderen Farben zu bestaunen sind. Nach dem anstrengenden Tag waren wir doch alle froh ins Bett fallen zu können und ich nutzte die seltene Gelegenheit noch etwas Fern zu schauen – falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte: In Beit Uri habe ich keinen Fernseher.
Auf dem Rückweg nach Jerusalem passierten wir schließlich noch die Taufbäder bzw. die Stelle im Jordan, an der Johannes der Täufer tätig war und einige interessante Naturschutzgebiete. Nicht vergessen: Naturschutz ist in arabischen Ländern relativ. Mit dem Mietwagen ging es von Jerusalem aus weiter in den Süd-Osten, so dass ich am 23. März am Toten Meer erwachte. Wir hatten die Nacht in einer Jugendherberge bei Ein Gedi, der größten und fruchtbarsten Oase Israels verbracht.
Selbstverständlich nutzten wir den warmen Frühlingstag für eine Wanderung durch selbige. Zur Mittagszeit suchten wir Abkühlung in einem der Pools und machten uns gegen Abend – wieder durch die Westbank – auf den Weg zurück nach Afula.
Auf diese doch eher anstrengende und sehr informative Reise musste ich leider am 24. März direkt wieder arbeiten, was nach dem langen, zehntägigen Urlaub zwar etwas ungewohnt, aber da Purim vor der Tür stand, nicht all zu stressig war.
An Purim, welches dieses Jahr am 25. März gefeiert wurde, wird traditionell der Esther-Geschichte gedacht: Der persische König Ahasveros verdammt seine Frau aus einer Laune heraus und heiratet Esther, eine Jüdin, die sich aber auf Rat ihres Vaters Mordechai hin nicht als solche zu Erkennen gibt. Nachdem sich Mordechai nicht vor dem höchsten Regierungsberaters des Königs, Haman, verbeugen will – als stolzer Jude verbeugt er sich nur vor einem Herrn, seinem Gott – plant eben dieser alle Juden umbringen zu lassen. Bei einem Abendessen zeigt sich Esther als Jüdin und eröffnet dem König Hamans Plan, woraufhin dieser an dem Galgen, den er für Mordechai vorgesehen hatte, gehängt wird. Mit ihm werden mehrere zehntausend Judenhasser ermordet. Gefeiert wird dieses Fest, das erst später zur Thora hinzugefügt wurde, also, weil es eines der wenigen Male in der jüdischen Geschichte war, in dem sich das jüdische Volk selbst aus einer Verfolgungssituation erretten konnte. An diesem Tag verkleidet man sich – wie am katholischen Fastnacht – hauptsächlich, jedoch nicht nur als Figuren aus der Geschichte Esther und spielt diese auch nach. Mit meinen Kindern spielten wir – da unser Thema in der Schule gerade Indien ist, als eine indische Unterhaltungsgruppe, S und ich waren Schlangen, die nach Chamudis Flöte tanzen durften. Am Abend fuhr ich mit meinen Eltern nach Haifa ans Mittelmeer, um bei einem Kaffee noch ein bisschen zu entspannen.
Da ich am 26. März nur von 7 bis 13 Uhr arbeitete, konnten wir noch einmal etwas weiter weg fahren, so landeten wir ein weiters Mal im Norden, in der Nähe von Sefad am Berg Moran, dem ein Naturschutzgebiet angeschlossen ist. Nach einer Wanderung schauten wir auf der Rückfahrt auf dem Tabor vorbei, dem höchsten Berg hier in der Gegend. Wer ihn schon gesehen hat, weiß, wie imposant er sich aus der ganzen flachen Umgebung erhebt.
Auch am Sonntag gab es ein weiteres Highlight: Die alte jüdische Stadt Gamla, in der 67 ndZ in einem Massaker der römischen Besatzer 4000 Juden niedergemetzelt wurden. Die restlichen 5000 Bewohner der Stadt stürzten sich lieber von der kamelförmigen Klippe (daher auch der Name „Gamla“, „gamal“ ist arabisch für Kamel) als den Römern in die Hände zu fallen. Hier gibt es neben vielen Geiern auch den höchsten Wasserfall Israels mit 51m Höhe zu sehen.
Mein letzter Ausflug im März führt mich schließlich am 29. nach Megiddo. Die wenigsten von euch werden wahrscheinlich wissen, dass das allen bekannte „Armageddon“ ursprünglich von „Har Megiddo“, also dem „Hügel Megiddo“ kommt. An diesem geschichtsträchtigen Ort – die Stadt Megiddo wurde 20 mal wieder aufgebaut, nachdem sie von verschiedenen Armeen überrannt wurde – soll laut diversen Religionsbüchern die letzte große Schlacht der Welt stattfinden. Zehn Kilometer von meinem Wohnort entfernt soll sich also das Schicksal der Welt entscheiden. Da bin ich doch wirklich gespannt, ob ich etwas davon mitbekomme…
So, nun will ich aber doch langsam zum Ende kommen, ich glaube ich war noch nie so froh wie diesen Monat, den Rundbrief fertig zu bekommen, es war fast wie eine Qual und ich habe es immer weiter vor mir her geschoben.
Abschließend gibt es noch einige Neuerungen an meiner Homepage, so haben sich zum Beispiel einige Leute an der großen Anzahl der Bilder und der damit einher kommenden Unübersichtlichkeit gestört. Deswegen habe ich eine neue Galerie hinzugefügt, die neben den „snapShots“ nun getrennt davon die „hotShots“ anzeigt, eine kleine Auswahl an Bildern, die ich für würdig empfinde, ausgewählt zu werden
So verbleibe ich mit nachträglichen Osterwünschen, mein nächster Rundbrief sollte euch Anfang Mai erreichen.
Bis dahin
liebe Grüße
Euer Moritz
Moritz Müller
Beit Uri
Givat Hamore
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Israel
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