January 30, 2011

Singapur

Ein Zitat unseres Deans Lok bei der Einführungsveranstaltung trifft es irgendwie gut und doch überhaupt nicht:
“Sie alle können Singapur schon abhaken. An ihrem ersten Tag, als Sie mit der Metro vom Flughafen zur Uni gefahren sind, haben Sie bereits das gesamte Land bereist.”

Nun ist der Flughafen tatsächlich einer der östlichsten Punkte der Insel, westlicher als die NTU liegt an Bedeutsamen eigentlich nur noch die Tiger Brauerei (ok, evtl. noch Bosch Rexroth).
Zwischen diesen 42km liegen allerdings Welten. Man kann die verschiedenen Stadtviertel nicht wirklich miteinander vergleichen. Als Singapur entstand, zogen Menschen verschiedenster Herkunft hierher um am Hafen oder in umliegenden Industrien zu arbeiten. Dabei bildeten sich schnell ethnische Viertel, die damals erwünscht und in der Städteplanung vorgesehen waren. Inzwischen arbeitet die Regierung dagegen – Viertel dürfen bestimmte Einwohnerquoten nicht übersteigen. Vieles ist zwar ständig in Bewegung, neue Gebäude werden hochgezogen, alte Blöcke eingerissen, alles ständig renoviert, dennoch ändert dies anscheinend die Bewohner doch nicht grundlegend.

Was recht schnell auffällt: Singapur ist weit davon entfernt, ein “Schmelztiegel” zu sein.
Jeder Reiseführer schreibt zwar von Mischehen und gemeinsamen Kindergärten, spätestens nach dem Besuch einer Vorlesung ist klar: Die Ethnien bleiben noch immer unter sich. Man redet miteinander, isst miteinander, insbesondere mit Austauschstudenten kommt jeder schnell ins Gespräch, die Cliquen der Einheimischen und damit das soziale Umfeld für Freizeitbeschäftigungen ist aber ganz klar durch ihre ethnische Zugehörigkeit bestimmt. Auch wenn Arbeitsgruppen selbst gewählt werden dürfen, arbeiten Malaien mit Malaien, Inder mit Indern und Chinesen mit Chinesen…
Diese Mentalität zeigt sich in der ganzen Stadt, man könnte sagen, das einzig Einheitliche sei die Vielfalt.
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Hafen, Singapur

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